13 Fakten über meine erste Schwangerschaft

  1. Bitte keine Fotos von mir machen. „Warum?“ Danke.
  2. Handy in den ersten drei Monaten meiner Schwangerschaft ausgeschaltet, weil ich maßlos überfordert war mit meinem Leben und da brauchte ich keine Nachrichten, die ständig irgendwo aufpoppten. Somit wurden alle aktiven Socialmedia Accounts lahm gelegt. Ein Netflix Abo abgeschlossen und von morgens bis tief in die Nacht Serien und Filme geschaut. Das ist mein absoluter Ernst. Ich habe mich für eine lange Weile von allem und jedem abgeschottet und bis zum Ende meiner Schwangerschaft Stresssituationen gemieden und mich absichtlich in eine Welt der Romantic Comédies, Sitcoms, Dokumentationen über die Welt, das Leben, Essen und so weiter gebeamt. Heile Welt um mich herum, dass wollte ich. Nicht mehr und nicht weniger.
  3. Aus brünett wurde blond.
  4. Deutsche Hausmannskost stand ganz oben auf meiner unbewussten Ernährungsliste. Aus mir wurde ein Malzbierjunkie und selbst gemachte Brownies nach einem Rezept von Cynthia Barcomis standen ziemlich häufig irgendwo in der Küche rum. Ich habe es wirklich versucht, mich gut zu ernähren. Ging einfach nicht, wirklich nicht. Und ich bin normalerweise wirklich sehr diszipliniert, was das Thema Essen angeht. Um ehrlich zu sein, irgendwann war der Punkt einfach erreicht, als ich eh schon wie ein Hefekuchen aufgegangen war und folgende Einstellung die logische Konsequenz dazu war: „Ach Scheiß drauf. Du bist schwanger, also nimm, wonach dein Körper gerade verlangt.Nur noch diese eine Tafel Schoki… und dann nur noch…“
  5. Ich nahm immer mehr an Gewicht zu. Am Ende meiner Schwangerschaft sollten 99 Kg auf der Waage bei meiner Frauenärztin stehen. Fast 40 Kilo hatte ich in neun Monaten mehr auf den Rippen. Mon dieu. Es machte sich auch in allen Lebenslagen bemerkbar. Treppen steigen, laufen an sich, Schuhe zu binden, duschen, aus der Liegepostion wieder zurück in die Sitzposition, bücken um in die Schuhe reinzukommen. Alles ein Wahnsinns-Akt. Nach guten eineinhalb Jahren war alles wieder weg. Ich habe keine Diät gemacht, sondern einfach auf mich und meinen Körper gehört und fast ein Jahr gestillt.  Tag für Tag ging es wieder in die vorschwangerschaftliche Haut Couture.
  6. Von wegen Haut Couture: während der Dickbauch-Allesdick Zeit trug ich diese eine ganz bestimmte schwarze Leggins, die es nur bei C&A gab und hatte jene für 12€ hundertfach in Größe S, weil das ja klar ist, in meiner Kommode liegen. Eigentlich wollte ich doch auch eine hübsche Berliner Hipster und wahnsinnig gut gekleidete Schwangere sein, der man von hinten nicht ansieht, dass sie vorne überhaupt eine Kugel mit sich rumträgt. Bei mir war eher von vorne, wie von hinten angesagt. Sexy habe ich mich wirklich nicht gefühlt. Ich war einfach ein Mutter-Tier, ehrlich. Danke nochmal an meine Familie und Freunde, dass ihr mir trotzdem immer wieder gesagt habt, wie schön ich aussehe.
  7. Oberschenkel rieben aneinander, wer von euch Ladies kennt das auch? Mit Beginn des viertenMonats begann es bei mir und somit veränderte sich auch meine Gangart in den Obelix-Watschel-Schunkel-Gang. Ein wahnsinnig unangenehmes Gefühl, diese ständige Reibung, so dass ich wirklich konstant die Leggins trug. Die waren natürlich nach ein paar Wochen immer aufgescheuert, deshalb hatte ich auch Hunderte davon eingekauft.
  8. Stimmungsschwankungen hatte ich nur mäßig. Bei mir waren es eher Ängste und Sorgen, die immer mal wieder aufkamen. Schaffe ich das alleine? Wird das Kind gesund und ich eine gute Mutter sein? Warum muss ich so viel Papierkram ausfüllen? „Mein Name ist Dori. Äh, Tchibo. Äh? Verdammt.“ Das waren meine Problemchen.
  9. Schwangerschaftsdemenz und starres in die Luft schauen und vor mich hin träumen war ganz großes Kino und eine Konstante. Mit der Stillzeit wurde das natürlich nicht besser und ich hätte im Leben nicht gedacht, dass es noch schlimmer werden würde. Ich konnte mir nichts mehr, aber auch gar nichts mehr merken, war unsicher und wollte keine Entscheidungen treffen, weil es mir so wahnsinnig anstrengend war. Durch und durch verpeilt. Und als Singlemom kann ich euch sagen, muss man echt einiges in diesem verwirrten Zustand rocken. Von wegen Papierkram.
  10. Es war eine Bilderbuchschwangerschaft. Die ersten zwölf Wochen waren die Hölle, gut. Aber danach war alles nur noch easy peasy mit ganz viel Gewicht. Ich bin meinem Körper wahnsinnig dankbar für das was er geschaffen und geschafft hat. Als Frau habe ich alles mit meinem Körper erreicht, wofür unsere Spezies steht, großartiges Gefühl, nicht wahr?
  11. „Darf ich mal…“ und schon hatte ich die Hände bereits am Bauch. Sogar meine Brüste hat eine Arbeitskollegin einfach mal angefasst, ohne mich zu fragen und ich hätte sicherlich NEIN gesagt. Du stehst da mit deiner Schwangerschaftsdemenz und kannst gar nicht so schnell reagieren, wie die fremden Patschet an dir kleben. Wie kann es sein, dass schwangere Frauen sofort und meist ungefragt an den Bauch gefasst werden?
  12. Crash-Kurs Geburtsvorbereitungskurs, war richtig toll. Ich hatte keine Lust auf einen Hechelkurs und meine Hebamme meinte, wir machen an einem Wochenende im Monat an zwei Tagen eine Veranstaltung, dass kann ich dir auf jeden Fall empfehlen. Und es war echt toll. Es wurden Fragen gestellt, von bereits Eltern, die das zweite oder dreitte Kind erwarteten, Dinge auf die ich als Anfängerin ja nie gekommen wäre. PDA, Vitamin K, Tragesysteme oder Tragetuch, Geburts-Horror- Geschichten, Stillen pro und contra und so weiter, mein eines Blatt, das ich mitgebracht hatte, war voll gekritzelt und ich habe einen ganz lieben und tollen kreativen Menschen dort kennengelernt-Christina Feldt
  13. Nichts war geplant. Alles habe ich intuitiv aus der Situation entschieden und mich da auch nicht aus der Ruhe bringen lassen. Selbst als ich mich im Krankenhaus zur Geburt anmeldete, war meine Aussage zur Hebamme: „Et kütt, wie et kütt. Ich lass mich einfach fallen und Sie sagen mir, was ich zu tun habe, okay?“ Die beste Entscheidung ever, im Nachhinein. Ich würde es für mich auch immer wieder so machen. In den ersten Monaten dachte ich, jemanden während der Geburt bei mir zu brauchen. Am Ende war ich unendlich glücklich über meine Entscheidung, die komplette Geburt alleine gerockt zu haben. Mehr dazu in einem meiner nächsten Posts.

 Am Ende des Tages…

Freue ich mich jeden Tag mehr über mein neues Körpergefühl. Die Akzeptanz, wer ich bin und wie ich bin. Es liegt an mir, ob ich mich wohlfühle oder nicht. Es liegt an mir, ob ich glücklich bin oder nicht. Es liegt an mir, Veränderung zuzulassen und anzunehmen oder nicht. Nach der Geburt und einige Monate später signalisierte mir mein Körper: „So, ich bin wieder auf Null. Lass uns von vorne beginnen.“ Ich kann euch sagen, ein Wahnsinns Gefühl. Habt Ihr das so auch empfunden?

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