Und plötzlich bist Du weg. Für immer.

“Es gibt Festivals, die brauchen Stars, um sich wichtig zu machen, und andere, die machen Stars.” (Zitat: Heinz Badewitz, Quelle: Süddeutsche)

Wir haben uns damals auf einem Bunte New Faces Award in Berlin kennengelernt und danach nie wieder den Kontakt verloren. Ein bis zwei Mal im Jahr haben wir es immer irgendwie geschafft, uns zu sehen, auszutauschen, über Filme und das Leben zu philosophieren. Diese Treffen waren besonders, denn immer, wenn unsere Wege sich wieder trennten, war meine Energiequelle voll aufgeladen.

Du warst für mich der mit dem Moleskine. Du warst der, dem ich Postkarten schrieb. Du warst ein Mensch, der von Anfang an an mich als Mensch und Schauspielerin geglaubt hat. Du warst einer, dem ich sagte: „Ich schaffe es, wirst sehen, und wenn ich das Gefühl habe in einer Sackgasse zu stehen, na dann komme ich auf dein Angebot mir zu helfen gerne zurück.“

Mit dir saß ich zuletzt im Café Jasmin in München und aß den hausgemachten Milchreis mit Zimtzucker, den ich dort immer esse, wenn ich zu Besuch da bin. Es muss vor ungefähr drei Jahren gewesen sein. Wir hatten immer gute Gespräche. Das, was du mir an dem Tag allerdings gesagt hast, werde ich nie wieder vergessen: “Alexia, ich glaube an dich. Du wirst deinen Weg schon gehen, davon bin ich überzeugt. Du hast eine starke Ausstrahlung. Eine gute Energie, bist kommunikativ, offen für das Leben und die Menschen, das geht an keinem spurlos vorbei. Deine Zeit wird kommen.”

Das, lieber Heinz, klingt mir in den Ohren, mit deinem fränkischen Dialekt.

Anfang März dachte ich an dich, da mir deine Visitenkarte beim Aufräumen in die Hände fiel. Ich schrieb deinen Namen auf meine to do Liste, war mir so, dass wir schon länger nicht mehr voneinander gehört hatten. Es war sicherlich mir geschuldet, denn ich war in den letzten anderthalb Jahren ganz besonders abgelenkt, hatte andere Dinge im Kopf als die Filmbranche. Ich bin mir nicht mehr sicher, ob ich dir überhaupt meine neuen Koordinaten mitgeteilt hatte.

Umso trauriger bin ich jetzt, weil ich weiß, dass die Berlinale 2014, deine Veranstaltung im Berlinale Palast, der Abend war in Berlin, an dem wir uns für immer auf diesem Planeten zum letzten Mal gesehen haben.

Du warst ein so höflicher, herzlicher, fröhlicher, positiver, lieber Mensch. Du hörtest zu, du fragtest nach. Du bist deiner Frisur über die Jahre treu geblieben, so treu bliebst du auch den Menschen, für die du etwas übrig hattest. Du warst einfach du. Ein ganz besonderer Mensch, immer auf der Suche nach anderen besonderen Menschen.

2016 sollte für dich ein ganz besonderes Jahr werden, denn dein Lebenswerk, die Internationalen Hofer Filmtage, feiern 50jähriges Jubiläum. Leider wirst du das nicht mehr erleben, aber du kannst dir sicher sein, dass dein Team und die Menschen, die dich kannten, ein unvergessliches Event daraus machen werden, da bin ich mir sicher.

Du wirst bei allen von uns, die dir begegneten, einen ganz besonderen Platz im Herzen haben, denn das hast du mit Sicherheit verdient.

Lieber Heinz, ich hoffe, da wo du bist, bist du umzingelt von den alten Größen, die einst auf deinem Festival ihre ersten Filme präsentieren konnten und ihr schaut gemeinsam auf uns herab. Vielleicht gibt es dort, wo du jetzt bist, auch einen Saal mit einer Leinwand, wo du dem weiterhin nachgehen kannst, was du hier bei uns bereits am liebsten getan hast.

Eigentlich ist es eine schöne Vorstellung, sich vom Leben zu verabschieden, bei dem was man am liebsten getan hat. Für uns Hinterbliebene bist du nur viel zu früh gegangen.

Heinz Badewitz, du wirst mir fehlen und so weiter.

Ich umarme dich, deine Alexia

geschrieben am 18. März 2016

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