Time

“I’m late, I’m late for a very important date. No time to say „Hello, Goodbye”. I’m late, I’m late, I’m late.” The White Rabbit – Alice in Wonderland

So verließ ich die Schauspielschule vor einigen, vielen Jahren.

Always at anytime under pressure and on the run.

Ich habe mir Nächte um die Ohren geschlagen, vor allem als Facebook anfing in Deutschland populär zu werden und die Kontakte zu den Wichtigen der Filmindustrie so greifbar nah und einfach zu bekommen waren. Heute ist das mittlerweile wieder anders.

Ich hatte den ständigen Drang, zu machen, machen, machen. Besser gestern noch als heute. Der ständige Druck, sofort auf Emails und Nachrichten zu antworten, wuchs stetig. Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben, so mein Motto.

Ich war ein Smartphone Spätzünder, klingt komisch, ist aber so. Bei allen anderen technischen Must-haves war ich auf dem Vormarsch. Wenn ich zurück denke, wie ich mit meinem Laptop durch die Gegend getingelt bin, Hauptsache immer erreichbar, egal wie viele Kilo die Handtasche wog und wie selten dämlich das wohl ausgesehen haben muss. Wo man doch Smartphones durch die Gegend trug und keine Laptops mehr.

Die Zeit war mein Feind.

“Wer hat an der Uhr gedreht? Ist es wirklich schon so spät?”

Ich bin nun 33 Jahre alt und das, was ich mir nach der Schauspielschule eigentlich vorgenommen hatte, habe ich noch nicht erreicht, auch nicht durch meine ständige Erreichbarkeit.

Irgendwann hatte ich das Gefühl, zu kollabieren und habe mir bis vor einigen Wochen eine Auszeit genommen. Ich musste einfach zurück auf Los! Runterfahren und Neustarten. Es hat ein paar Jahre gedauert,  gebe ich zu. Fast drei, aber ich habe mich schon lange nicht mehr so positiv und voller Tatendrang gefühlt. Meine Zeit wird kommen, das weiß ich und dieses Jahr scheint für mich ein gutes dafür zu sein. Wir werden sehen.

Ob ich mir das überhaupt leisten konnte, bei der Nicht-Karriere, die ich bis dahin als Schauspielerin aufs Parkett gelegt hatte? Meine Antwort dazu ganz klar: JA, denn sonst weiß ich nicht, ob nicht irgendwann irgendwelche Sicherungen bei mir durchgebrannt wären.

Versteht mich bitte nicht falsch. Es ist toll, das Leben einer Schauspielerin zu leben, mit allen Höhen und Tiefen oder verallgemeinern wir doch, eines Künstlers. Morgens nicht zu wissen, was übermorgen oder gar vorgestern hätte passieren können. Wochenlang von Reis leben, weil die Kohle nicht reicht. Das ständige Herzrasen am Ende eines Monats, weil man nicht weiß, ob man genug Kohle zusammen bekommt, um die Miete zu zahlen.

Ich möchte diese Zeit wirklich nicht missen, denn ich habe aus ihr viel gelernt. Aber ich kann euch sagen, als ich mich entschied, eine Auszeit zu nehmen und einen anderen Weg einzuschlagen, um mir zu beweisen, dass ich auch anders erfolgreich sein kann und meinen ersten fetten Gehaltscheck in der Hand hielt, man war das geil! Jeden weiteren Monat zu wissen, dass die Kohle am Ende auf dem Konto ist, ein unbezahlbar gutes Gefühl. Endlich kann ich mir Dinge leisten, von denen ich vorher nur geträumt habe. Muss nicht jeden Cent  dreimal umdrehen, bevor ich ihn ausgebe. Am Ende des Monats war sogar noch so viel übrig, dass ich das ohne mit der Wimper zu zucken auf mein Sparbuch legen konnte.

Mit der Zeit merkte ich allerdings, dass mich das, was mir Sicherheit bot, nicht ausfüllt. Ich werde diese Sicherheit behalten, dennoch werde ich mich wieder etwas davon entfernen, um mehr Zeit zu haben, wieder dem zu folgen, wofür mein Herz eigentlich schlägt. Das Medium Film hat eine so starke Anziehungskraft auf mich, dass ich einfach nicht los lassen kann und auch nicht will.

Es ist und bleibt (m)eine Passion

Dieses Jahr ist das richtige um, nein, nicht dort anzuknüpfen wo ich aufgehört habe, sondern ganz von vorne anzufangen.

Ich gebe erst auf, wenn ich mein Ziel erreicht habe. So und nicht anders habe ich mein ganzes Leben geführt und werde es weiterhin so handhaben. Ich mag nicht gerne aufgeben vor allem dann nicht, wenn ich weiß, dass ich so oft schon ganz kurz davor war es zu schaffen.

Mein Herz brennt so sehr nach dem Spiel, der Wandelbarkeit, Texte auswendig lernen, einer Figur Leben einhauchen, ich muss einfach nur den richtigen Moment erwischen, um all das in die Tat umsetzen zu können.

Dieses Gefühl von zu Hause sein, wenn man ein Filmset betritt, ist für mich meine berufliche Erfüllung. Das kann sicherlich nur der verstehen, der selber beim Film arbeitet, egal, welchem Gewerk er oder sie zugeordnet ist.

Am Ende des Tages…

… sei so viel schon mal gesagt, zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist schön und gut. Die richtigen Leute kennen noch besser. Zu wissen, wie man das alles gewinnbringend zusammen führt, unbezahlbar. Ich bin selbst gespannt, wie ich das hinbekomme. Doch der Glaube an mich, an mein Können und ans Leben wird mich zu meinem Ziel führen, dessen bin ich mir ganz sicher.

2 thoughts on “Time

  1. Corazon…Danek für deine Wörter…ja, es ist ein sehr schwierigen Weg der wir gewählt haben, aber nieeeemand kann uns das weg nehmen….und nicht jeder traut sich, immer auf die unsicherheit etc…es freu mich sehr dich so nah zu föhlen und wünsche dir, noch mehr Erfolge, weil du es schon geschaft hast Alexia, du bist vieleciht noch nicht wo du dich berüflich siehst…aber wir werde es nch schaffen corazon, glaube es mir! un beso grande y hasta pronto bonita…..GRACIAS por tu blog… Ale

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