Fashion, what else..!

Bevor mein nächster und erster Blogpost für Window Shopping online gehen wird, ein relativ kurzes Vorwort dazu.

Hier wird es um all die schönen Dinge in meinem Leben gehen, die ich beim Bummeln durch Berlin, in Fachmagazinen – aber auch vor einem geöffneten WorldWideWeb- Fenster – auf meinem Laptop entdecke. Immer an meiner Seite, mein liebster Fotograf Urban Ruths.

Gähn, langweilig. Kennen wir schon alles von anderen bekannteren Fashion Bloggerinen. Kann nicht sein, bei mir wird’s anders, ehrlich.

Unter Window Shopping kann es durchaus passieren, dass in einem Laden, den ich wohl sonst eher nicht betreten würde, weil ich nicht die Zielgruppe bin, etwas im Schaufenster hängt, das mich nicht los lässt und das ich sooo schön finde, dass ich es unbedingt mit euch teilen möchte. Ja, ich werde auch die Klamotte, wenn es denn ein Modegeschäft ist, an mir präsentieren. Es geht dann aber nicht primär um mich in dem Bild und wie cool ich darin abgelichtet bin, sondern um das Textil an mir. Und was mir auch noch wichtig ist, ihr erfahrt hier immer auch etwas über die Geschichte des Ladens.

Was haben Fashion und Alexia gemeinsam?

Das ist nicht einfach und vielleicht auch nicht kurz erklärt. Ich versuche es trotzdem.

Ich freue mich einfach, so meinen Weg mit Mode zu arbeiten gefunden zu haben. Da ich doch praktisch damit aufgewachsen bin. Darauf gebracht hat mich ein Mensch, der mich noch nicht lange kennt, den ich aber von Anfang an sehr schätze. Ob ich denn nie Interesse daran gehabt hätte, etwas im Mode- oder Textilbereich zu machen? Das war eine seiner ersten Fragen an mich als wir uns kennenlernten. Das hat mich tatsächlich noch nie jemand gefragt, nicht einmal ich habe mir diese Frage jemals gestellt. Warum eigentlich nicht? Habe ich vor lauter Bäumen, den Wald nicht mehr gesehen?

Ich erinnere mich ein Praktikum bei einer der Töchter meines Onkels aus erster Ehe in Heidelberg gemacht zu haben. Ich glaube, aus meiner Familie haben dort einige ein Praktikum absolviert.  Art To Be war eines der Label von Berit Katharina Muth. Ich trage noch heute eine schwarze Lederjacke im Biker-Look von ihr, die ich am Ende meines Praktikums geschenkt bekam.

Eine gute Lederjacke sollte übrigens jede Frau im Schrank hängen haben. Fast so Gesetz wie das Kleine Schwarze, wenn ihr versteht was ich meine.

Ein wenig Geschichtsunterricht

Ich bin ein Kind einer Tuchmacherdynastie aus dem Bergischen Land. Das habe ich jetzt in einem Satz ganz salopp geschrieben, es ist aber weitaus komplizierter. Ich lass es einfach mal so stehen.

Randnotiz

Auch der Vater meiner Mutter war in der Textilbranche tätig. Wenn mein Großvater nicht von seiner Familie abgehalten worden wäre Schauspieler zu werden, dann hmpf, wer weiß das schon. Wahnsinn, oder? Kein Wunder also, dass ich nun all diese Seiten auslebe, ausleben will und auch kann.

Weiter im Geschichtsunterricht

Ich war in meiner Erinnerung fast jeden Samstag mit meinem Vater auf unserem damaligen Firmengelände in Dahlerau und bin dort durch die riesigen Hallen gelaufen, vorbei an den riesigen, lauten, webenden Maschinen. Durch die dazugehörige Schneiderei mit ihren massgefertigten Anzügen zu schlendern, war fast so schön, wie im Garten unterm Wäscheständer durch die frisch gewaschene, noch nasse Wäsche zu düsen. Diesen Geruch der Stoffe in der Schneiderei werde ich wohl mein Leben lang in der Nase haben.

Opas Büro, ein spannender Ort. Ach was sag ich, das ganze Verwaltungsgebäude war spannend. Ein verdammt riesiger, dunkler Altbau mit unendlich hohen Decken in meiner Stöpsel-Erinnerung. An jeder Ecke gab es etwas zu sehen, zu entdecken, was mir auch Angst machen konnte. Zum Beispiel die zwei hier. Die Kopflosen-Kurzen…

Anfang der 90ger Jahre – so erging es im Übrigen vielen Firmen, die mit der Textilbranche ihr Geld verdienten, kam Asien – und der Wandel. Viele Firmen haben dies nicht überlebt, 1993 musste auch Johann Wülfing & Sohn dem Konkurenzdruck aus Fernost weichen. Der letzte persönlich haftende Gesellschafter, mein Großvater, starb schon 1992 und erlebte den Niedergang der 400 Jahre im Familienbesitz betriebenen Firma nicht mehr.

Nun mache ich es wieder kurz

Gott sei Dank gibt es seit über 25 Jahren zwei Museen – das Tuchmuseum Lennep und das Wülfing Museum in denen die Geschichte von unter anderem ehemaligen Mitarbeitern der Firma weitergetragen wird. Jeder kann seine eigenen Anekdoten erzählen, was jede Führung natürlich individuell und interessant macht. Zur Zeit wird händeringend nach Ehrenamtlichen Mitarbeitern für das Tuchmuseum in Lennep gesucht. Wenn Du oder Sie sich angesprochen fühlen, oder jemanden kennen, der wieder jemanden kennt und so weiter, einfach mal persönlich im Museum vorbei schauen.

Am Ende des Tages…

One thought on “Fashion, what else..!

  1. Wow, du hast ja wahrlich den Sinn für Mode mit der Muttermilch verabreicht bekommen, wie? Ich freue mich auf mehr!
    Und die Lederjacke im Kleiderschrank! Oh ja, ein aaaaabbbbsolutes MUST HAVE!

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