Kinder von heute sind Kunden von morgen!

Seit ich Mama bin, mache ich mir Gedanken. Gedanken, die ich vorher nicht hatte, zumindest nicht in diesem Ausmaß und ich frage mich: „Ist es, weil man immer das Beste für sein Kind und sein ’neues‘ Leben möchte?“

Kleider machen Leute

In meiner Schwangerschaft lief ich rum wie Nachbars Lumpie. Vielleicht nicht ganz so krass, ähnlich zumindest. Ich fand mich mit meinen fast 40 Kilogram mehr auf den Rippen einfach nicht ansehnlich genug, um schöne Umstandsmode tragen zu können. Ich trug überwiegend schwarz und hatte ein bis zwei farbige Blusen. Ich versteckte mich, versuchte unsichtbar zu sein, weil ich so derbe aus der Form geraten war und mich wahnsinnig schämte.

Erstausstattung

Im achten Monat schwanger, kaufte ich eine Kombination aus Mütze, Body, Hose, Jacke und Socken für mein ungeborenes Kind, für den Tag an dem wir das Krankenhaus wieder verlassen würden. Am Tag, an dem die Fruchtblase platzte, noch zwei weitere Bodys von Benetton, weil ich den gestickten Hasen darauf so unendlich süß fand. Tja, und den Rest – dachte ich – bekomme ich eh zur Geburt geschenkt. So war es dann auch. Und haufenweise geliehen und geschenkt von meinen Freundinnen, die vier Monate oder ein Jahr vorher ihr Kind auf die Welt brachten.

Gedanken, die man vielleicht nur zur ersten Schwangerschaft hat

„Bin ich irgendwie anders als die anderen, weil ich keinen Kleiderschrank voller Anziehsachen für das Kind zusammengebaut und aufgestellt habe?“ Diese Frage stellte ich mir hin und wieder. Ich konnte es alles nicht greifen und wollte erstmal schauen, wie Minime aussieht. Könnte ja sein, dass blau, grün, lilagepifft so gar nicht seine Farben sind. Ich finde für mich damit den richtigen Weg gegangen zu sein.

Mr. Sweetface trägt einen Pullover den meine Uroma gestrickt hat.

Als Mr. Sweetface so zirka drei Monate alt war, bin ich mit Maman auf den Dachboden gestiegen, um Klamotten von meinem Bruder und mir aus den Tiefen der 80er Jahre Pamperskartons zu fischen und auszusortieren und wieder zu beleben. Mein Herz hat so vor Freude getanzt, wie es das bei sonst keinem anderen Kleidungsstück getan hat. Die emotionale Bindung in Kombination: Mama, knallvoll mit Hormonen beladen, machte die Sache dann rund. Ich konnte es kaum abwarten ihm die Sachen überzuziehen.

Von all den Sachen, die Maman so aufbewahrt hatte, haben tatsächlich die selbst genähten und gestrickten Sachen über die Jahre am BESTEN gehalten. Zwei, drei Pullis, die unisex waren und ich mich schon freudig wie Bolle darauf gestimmt haben, sie meinem Sohn irgendwann einmal anzuziehen und Bilder davon zu machen – unbezahlbar!

Der Pulli hier, Vintage druch-und-durch!

Nie war es so einfach wie heute an Informationen, Kleidung, Ausstattungen ran zu kommen, dank des www’s. Aus diesem Grund haben Mütter, wie auch Väter, weltweit die Möglichkeit, sich in social medias auszutauschen, wie auch Kleidung und Möbel. 🎅🏼 Klamotten von anderen geliehen gar geschenkt zu bekommen, an andere weitergeben zu können oder an die jeweiligen Eltern zurück zu geben gerade in den ersten sechs bis 24 Monaten großartig und ein unschlagbares Argument für Nachhaltigkeit.

Manchmal denke ich wirklich, wie um alles in der Welt haben unsere Eltern und die Generationen vor ihnen das gemacht? Das mit der Nachhaltigkeit hatten sie auf jeden Fall besser drauf als wir. Wo wir bei der Konsumgesellschaft wären, aber das ist ein anderes Thema.

Zum Thema Klamotten und Nachhaltigkeit habe ich letztens meine Freundinnen MamaBellita und mimi_und_mini befragt. Hier nun das Interview für euch

Alexia: Wie viel Wert legt ihr auf Marken bei euren Kindern? Und bei euch?

Bella: Die Marke an sich spielt für mich keine große Rolle. Wichtiger ist mir dann schon die Qualität. Sowohl bei meinen Sachen als auch bei den Sachen meines Babymann’s. Ob da nun ein besonderes Logo auf der Brust des Scheißerchen’s prangt oder ein niedlicher Teddy, das ist mir egal und ihm sicherlich auch. Noch…

Mimi: Eigentlich keinen Wert! Hauptsache es gefällt. Aber hin und wieder gibt es einfach bestimmte Marken, die mir vom Style und der Quali sehr gut gefallen. Zu diesen würde ich dann häufiger greifen. Deshalb also das einleitende „eigentlich“.

Alexia: Was passiert mit den Anziehsachen die euren Söhnen nicht mehr passen?

Mimi: Habe im Freundeskreis viele Mamis mit gleichaltrigen oder jüngeren Kindern. Klamotten, die meinem Sohn nicht mehr passen, werden an Freunde verliehen. Der Rest wird in großen IKEA Kisten eingelagert.

Bella: Der Kleiderschrank meines Babys ist besser gefüllt als meiner. Das liegt daran, dass wir ganz viele Sachen von Freundinnen geschenkt oder geliehen bekommen haben. Ich finde es großartig die Sachen weiterzugeben. Zum einen ist es doch wirklich schade drum, weil die Minis nicht sehr lange in den süßen Pulli oder Strampler reinpassen. Zum anderen sind die Sachen schon zig mal gewaschen. Viel sauberer kann es fast nicht sein.
Ich werde die Sachen von unserer kleinen Rakete auch gerne an Freundinnen weitergeben und freue mich dann, sie an ihren süßen Babys zu sehen. Doch ich möchte sie gerne wiederhaben. Unsere Familienplanung ist noch nicht abgeschlossen. 😉

Alexia: Könnt ihr euch gut von Lieblingsdingen trennen, oder werden die aufbewahrt für die nächste Runde?

Bella: Aus vielen Kleidungsstücken ist der Mini innerhalb eines Wimpernschlages rausgewachsen. Manche Sachen hatte er nur einmal an, ein paar Kleidungsstücke sogar nie. Das waren meist Geschenke, wie der quitschbunte Albtraum aus Polyester von Tante Inge. Um den ist es nicht schade. Doch dann gibt es Kleidungsstücke, an denen schon jetzt Erinnerungen hängen. Das Outfit, was er trug, als wir aus dem Krankenhaus gekommen sind. Der süße Body, mit seinem Namen drauf, das Outfit der Taufe. Diese Sachen werden aufbewahrt.

Mimi: Hehe, schuldig! Bin ein kleiner Klamotten-Messi! Ich gebe zu: Ich will mich vorerst von gar nichts trennen! Es wird alles fürs nächste Kind aufbewahrt. Gilt natürlich auch für die verliehenen Sachen – die werden, spätestens wenn sich bei mir Kind Nr.2 ankündigen sollte, wieder zack zack einkassiert.

Alexia: Habt ihr noch Anziehsachen, die ihr während eurer Schwangerschaft getragen habt?

Mimi: Alle!

Bella: Während der Schwangerschaft habe ich in drei schöne Umstandshosen, ein paar Basic Tops und zwei Kleider investiert. Die habe ich andauernd getragen und immer mal wieder mit Stücken aus meinem „normalen“ Kleiderschrank kombiniert. Wenn man es geschickt anstellt, muss man sich während der Schwangerschaft keine komplett neue Garderobe zulegen. Lieber ein paar hochwertige Stücke, die vielseitig einsetzbar sind. Die Umstandsmode liegt nun feinsäuberlich im Schrank und wartet auf ihren nächsten Einsatz.

Alexia: Wie oft schaut ihr auf’s Etikett, um zu prüfen, aus welchem Material der Pulli, das T-Shirt- die Bodys, Hosen etc. sind?

Bella: Das Etikett prüfe ich fast immer. Dabei lege ich nicht nur Wert auf gutes Material, ich freue mich besonders, wenn die Kleidung unter fairen Bedingungen hergestellt wurde. Ganz besonders toll finde ich die Stücke, die in Deutschland gefertigt wurden und vielleicht sogar aus einem kleinen feinen Unternehmen stammen. Über so etwas kann ich mich richtig freuen und diese Kleidungsstücke haben bei mir einen besonderen Stellenwert.

Mimi: Komme selbst aus der Modebranche. Der Blick wandert immer auf’s Etikett. Gewohnheitsding!

Alexia: Schuhe! Würdet ihr eurem Kind gebrauchte Schuhe anziehen?

Mimi: Japp. Also, zumindest was Krabbelschuhe angeht. Bei den ersten richtigen Lauflernschuhen würde ich zu einem neuen Paar greifen. Da mein Kind jedoch mit 15 Monaten immer noch das Laufen boykottiert, werde ich mal abwarten, ob ich ihm nicht lieber Schuhe mit eingebauten Rollen kaufe. Da würde ich gegebenenfalls auch auf ein gebrauchtes Exemplar zurückgreifen. #Fredpaket trägt auf diesem Bild Krabbelschuhe von Converse die ich bei Ebay-Kleinanzeigen gekauft habe. Der Pulli ist von MamiKreisel und die Leggins ist ausgeliehen.

Bella: Bei Schuhen ist mir die Qualität besonders wichtig. Unsere Füße werden von uns Erwachsenen viel zu häufig vernachlässigt, dabei leisten sie so große Dienste. Müssen uns Tag für Tag durchs Leben tragen. Ich finde, da sollte man den beiden auch was Gutes tun. Und man kann nicht früh genug damit anfangen.

Alexia: Eine letzte Frage habe ich an euch zwei noch. Gebt Ihr die Lieblingssachen vielleicht aus dem Grund nicht ab, weil Ihr Angst hat, sie nicht wieder in der Form zurück zu bekommen, wie Ihr sie selbst gehegt und gepflegt hat?

Bella: Die Kleidungsstücke, mit denen ich ganz viele Erinnerungen verbinde und die einen hohen immateriellen Wert haben, bleiben gut behütet in einer extra Box. Die bekommt dann vielleicht mal das Geschwisterchen, oder der Cousin oder vielleicht sogar unser Enkelkind. Meine Mutter hatte ein paar Lieblingsstücke von uns aufgehoben. Es ist einfach nur ein herrliches Gefühl, wenn ich diese Stücke meinem eigenen Baby anziehen kann.

Das was #Babymann hier trägt, wurde von seinem Vater gekauft mit dem Hintergedanke das es an die zukünftige Nr.2 weitergegeben wird. Body Marc ‚O Polo und Hose von Esprit.

Mimi: Ja, das gilt bestimmt für einige Mamas. Mir ist das ehrlich gesagt shit egal. Auf Freds Sachen sind ständig Flecken drauf. Wenn ich Sachen verleihe, kann das auch passieren. Nicht schlimm. Sag ich meinen Freundinnen auch immer vorweg. Wenn ich aber ein absolutes super hammer Lieblingsteil habe, dann verleihe ich es auch nicht. Dann schlummert es tief und fest im Schrank und wartet auf Kind Nr.2 oder Enkel Nr.1.

 Am Ende des Tages…

… ein großes DANKESCHÖN an Mimi und Bella für eure ehrlichen Antworten und eure Unterstützung zu diesem Blogpost und Thema.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.