Childhood unplugged #1

Mein Kind und der Mietwagen

“Reingelegt mit Klopapier, eine Rolle schenk ich dir”, fällt mir gerade dazu ein, als ich über diese eine wieder einmal verrückte Geschichte aus meinem Leben schreiben will.

Manchmal habe ich das Gefühl, in meiner Familie und sogar im Freundeskreis die Einzige zu sein, die Geschichten mit Unterhaltungsfaktor 10 in ihrem Repertoire hat. Nee, stimmt natürlich nicht ganz, es sind ehrlicherweise und Gott sei Dank einige mehr.

Short story short

Karfreitag 2017, Mr. Sweetface und ich hatten gerade 700 Kilometer stockenden Osterfeiertagsverkehr hinter uns, als es plötzlich leer im Wohnzimmer wurde und meine Mutter rief: “Los, wir sind sonst zu spät in die Restaurant!” (mit französischem Akzent lesen, ganze wichtig) Knapp 14 Familienmitglieder verteilten sich auf vier auf dem Hof stehende Fahrzeuge. “Aaber, wir sind doch gerade erst …”

Gegen 22:00 Uhr verließen wir das Restaurant wieder und hatten uns zum Osterfeuer am nächsten Tag verabredet. Mein Vater und Mr. Sweetface waren ein paar Minuten vor uns bereits zum Auto gegangen, weil Cosmo es nicht mehr aushalten konnte: “Auto, Auto, Auto!” Er tat fast so, als hätte er an diesem Tag nicht schon siebeneinhalb Stunden in diesem Gefährt verbracht. Anyway, die Familie versammelte sich gerade um die nebeneinander geparkten Autos, als mein Vater rief: “Er sitzt im Auto und die Türen sind zu!”

Der Tag war lang und mein Hirn schaltete nicht mehr so schnell. “Hä, wie das denn?”, war meine Null-Sinn-machende-Antwort. Papa: “Er hat den Autoschlüssel in der Hand.”

” … WAAAS?”, schrie ich zurück, “PAAAPAA! Und jetzt?” Derweil schaute ich durch die schwarz getönte Scheibe hinter der Beifahrertür. Puh, Mr. Sweetface ist ja angeschnallt. Er strahlt mich wie ein Honigkuchenpferd an und hält den Schlüssel in beiden Händen. ‘Bloß nicht fallen lassen’, dachte ich kurz.

Ich fing an zu lachen und es war eine Mischung aus einem müde-das-kann-ich-nicht-glauben-ich-muss-weg-Gelächter, gepaart mit dem Kopfkino, wie ich dem Schlüsseldienst 500€ in die Hand drücke, um mein von Europcar gemietetes Auto aufzubrechen. In dieser Zeit ging mein Vater einmal ums Auto herum, einige waren beschäftigt, ihre Kinder ins Auto zu packen, Ratschläge zuzurufen oder einfach nur fragend ums Auto herum zu stehen … Da griff der Opa am Kofferraum ins VW Zeichen und siehe da: Sesam öffnete sich.

Der Kofferraum war noch vollgepackt, aber Super-Opa streckte seinen linken Arm durch die Gefahrenzone Koffer und an Abermillionen von Taschen und den Kopfstützen vorbei und rief Cosmo zu: “Cosmo, gib Opa mal den Schlüssel zurück, bitte!” Gesagt, getan. Guter Junge. 500€ gesafet, könnte ich ja jetzt in Jimmy Choo, Louboutain oder auch Manolos investieren, gell?

Am Ende des Tages…

… war ich heilfroh, dass Mr. Sweetface angeschnallt in seinem Kindersitz saß und nicht durch das Auto turnte. Auch froh war ich über die Tatsache, dass ich keinen Start-/Stopknopf in diesem Fahrzeugmodell hatte.

Wiederum wäre ich froh über den Comfortschlüssel von Audi gewesen, denn die Fahrertüre hätte ich in jedem Fall geöffnet bekommen. Stellt sich mir trotzdem nur diese eine Frage: Warum war an dem Golf der Kofferraum offen? Und natürlich hätte das Kind auch mit Start/Stopf Knopf nicht einfach los düsen können, denn dafür hätte Mr. Sweetface noch die Bremse treten müssen. Geht ja noch gar nicht.

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