13 Dinge die mir das Leben in den letzten 15 Jahren geflüstert hat.

  1. Trinkt immer, aber auch immer, den besten und teuersten Champagner und benutzt die Dinge, die Ihr sonst für den einen, richtigen Moment aufbewahren würdet. Heute ist ein Geschenk. Morgen ist keinem garantiert. Trink, esse und sei einfach glücklich.
  2. Wir sind nicht lange hier, aber wenn du gegen den Wind lebst, kann es sich wie eine halbe Ewigkeit anfühlen. Das Leben sollte sich nicht wie Arbeit anfühlen, sondern viel mehr wie ein ganz großes Abenteuer.
  3. Deine Gesundheit ist augenscheinlich das Wichtigste. Aber Stress, Angst und Sorgen können sehr viel mehr Schaden anrichten als gutes Essen und wundervolle Getränke, die du dir verweigerst. Glücklich sein und Frieden schließen sind die BESTE Medizin.
  4. Niemand ist perfekt und niemand ist wirklich glücklich mit seinem eigenen Schicksal. Aber wenn du dich frei machst von den ständigen Vergleichen mit anderen Menschen und ihrem augenscheinlich besseren Leben und wenn du aufhörst, andere zu verurteilen, wirst du dich frei fühlen.
  5. Du kannst beim besten Willen nicht immer und vor allem nicht allen gefallen wollen. An erster Stelle mach es so wie es dir gefällt. Glaub mir, die anderen sind genauso damit beschäftig, sich selbst zu gefallen.
  6. Liebe sollte niemals schmerzhaft sein. Verlust ist schmerzhaft, Trauer ist schmerzhaft, Gier ist schmerzhaft, Beschimpfungen sind schmerzhaft – aber Liebe sollte bedingungslos sein, oder es ist nicht die wahre Liebe.
  7. Du kannst vielleicht vor dir selbst weglaufen, aber dich niemals vor dir selbst verstecken. Umso eher du versuchst, es aufzuhalten und dich selber stellst – dir deine Dämonen vor Augen führst – umso eher wirst du Frieden mit dir schließen können. Es ist zwar hart, aber es ist das Beste, was du jemals für dich getan haben wirst.
  8. Du besitzt bereits alles, was du brauchst. Es ist in dir. Hör auf deine innere Stimme und lass den Verstand links liegen.
  9. #chooselove
  10. Wenn nicht jetzt, wann dann?
  11. #choosehappiness
  12. Keiner lebt das perfekte Leben, keiner. Perfektion ist ein Mythos. Wähle immer das, was sich gut anfühlt für dich – und nicht, was anderen gefallen könnte.
  13. Warten auf den einen, richtigen Moment im Leben ist ganz schön waghalsig, denn den wird es niemals geben. Versuche im hier und jetzt zu leben.

Bridget Jones? Echt jetzt, schon wieder?

Ich glaube, vor fast genau zwei Jahren hatte ich folgendes peinliches Erlebnis von mir auf BadaBÄNG unter meinem Decknamen LittleMissTwinkleshine erzählt.

Heute, dann das. Oh mann, was kommt wohl im nächsten Jahr? Und wieder, wirklich KEINER hat mich darauf aufmerksam gemacht. Wahrscheinlich, weil das noch peinlicher ist als die Schokolade auf der Nase selbst, die auch als dicke fette Warze hätte durchgehen können, jemanden darauf aufmerksam zu machen.

Freitag, nein nicht der 13.

Mr. Sweetface und ich verlassen das Haus. Unser Plan, Eis essen und ab auf den Lieblings Spielplatz in unserer Nachbarschaft. Gesagt – getan. Auf dem Weg nach draußen, vor der Haustüre, treffen wir einen Nachbarn und quatschen bestimmt zehn Minuten über Gott und die Welt. Ich stehe schon ab diesem Zeitpunkt mit offener Hose vor ihm. ‚All Zeit bereit‘, das muss er wohl gedacht haben, wenn es ihm aufgefallen sein sollte. Ich brech‘ im Strahl, wie peinlich. Und ich erinnere mich, meinen linken Fuß hin und wieder mal auf dem rechten Hinterrad des Buggys abgestellt zu haben, so dass der Hosenstall meiner Jeans wide open in sein Blickfeld schielte. Mon dieu…

Kurzer Vergangenheitsexkurs in meine Schulzeit

Mein Sozialwissenschaftslehrer hatte einen Tick und den hat er sicherlich bis heute beibehalten. Er stand regelmäßig mit einem Stuhl vor sich vor der Tafel, wo er sein linkes Bein drauf abstellte und hielt seinen Unterricht. Ich mag euch gar nicht schreiben, wie oft der mit offenem Hosenstall vor uns stand. Natürlich hat ihn keiner jemals darauf aufmerksam gemacht, dafür fanden wir es immer viel zu amüsant. Stand – glaube – ich dann in der ABI-Zeitung 😛

15 Jahre später …

… stehe ich selbst, in einer annähernd ähnlichen Pose, vor meinem Nachbarn da. Was um alles in der Welt? Ich meine, dass das einem Mann passiert, gut – aber einer Frau? Ich brech‘ immer noch im Strahl vor Scham.

Bevor mein Hasenkind und ich am Spielplatz angekommen waren, sind wir natürlich noch hier und da in unserer Hood unterwegs gewesen. Und wo meint ihr, ist es mir dann schlussendlich aufgefallen? Ja genau, als ich meinen Sohn auf dem Spielplatz bat, zu mir zu kommen, weil ich nach Hause, wollte um Abendessen vorzubereiten.

Da fielen mir dann die Augen aus dem Kopf, als wir nach schaukeln und rutschen am Wasserspiel angelangt waren – unsere letzte Station auf dem Spielplatz für diesen Tag – und ich dort mein linkes Bein auf einem Stein abstellte, an mir runter schaute, ich weiß gar nicht mehr warum, und einen völlig offenen Hosenstall in meinem Blickfeld hatte.

Natürlich unterhielt ich mich in diesem Augenblick mit irgendeinem Vater, mit dem ich schon beim Schaukeln ins Gespräch gekommen war, und er von dem Zeitpunkt an bereits gesehen haben muss, was aktuell bei mir los war. Warum um alles in der Welt hat der mich nicht darauf aufmerksam gemacht??? Wie peinlich, wie peinlich, oh mein Gott, wie peinlich…

Schwuppdiwupp…

… war der Hosenstall ganz unauffällig wieder von mir zugezogen worden, ich verabschiedete mich und ging schnellen Schrittes Richtung Home-Sweet-Home. Ob ich vielleicht Glück hatte und keiner an diesem Nachmittag den Tag der offenen Tür mitbekommen hat? Ich werde es wohl nie erfahren.

Am Ende des Tages

Willkommen, du peinliche Geschichte meines Lebens, Teil ?? seitdem ich Mutter bin. Kennt Ihr das? Ist diese Art Schusseligkeit von Mutter Natur so gegeben? Haben wir die Kappa in unserem Hirn für mehr Speicherplatz für „Mein Kind“ zur Verfügung gestellt? Was um alles in der Welt ist hier nur los bei mir? Das ist mir in meinen Jahren vorher niemals passiert, und wenn dann nicht in diesem Ausmaß. #choosehappiness Ich bin froh, am Ende wieder herzlich über mich selbst lachen zu können und dass ich eine kleine Geschichte mehr aus meinem persönlichen Leben an euch abtreten kann.

Macht es euch schön und nehmt euch nicht zu ernst.

Remember Liam’s Life

Vor sechs Monaten, Anfang September um genau zu sein, sah ich ein Bild auf Instagram, das mich nicht mehr los lassen sollte. Ich lag derweil auf der Couch unter einer dicken Wolldecke, mit einem kranken, in meinen Armen eingeschlafenen Mr. Sweetface. Ich war selber angeschlagen und am Ende meiner Kräfte, als ich folgende Zeilen unter diesem Bild las:

Saying good bye to my light, my love before he goes to save lives. This pain is unbearable. Liam, I love you. Hug your children, kiss them always. Don’t lose patience. Laugh with them often. Get off your phones and play games #rememberliam Nur anklicken, wenn ihr stark genug dafür seid.

Ich weinte und hielt Cosmo ganz stark in meinen Armen. So sehr berührte und ergriff es mich. Noch heute.

Ein Paar aus Hawthorne, Kalifornien, verlor ihren damals 15 Monate alten Sohn. Liam hieß er und wurde einen Tag nach Mr. Sweetface im Mai 2015 geboren. Ende Oktober konnte ich nicht anders, immer wieder stieß ich bei Instagram auf Bilder von Mishel’s oder MacKowal’s Instagram Account. Irgendwie fühlte ich mich schlecht immer nur die Bilder und Beiträge darunter anzuschauen ohne sie zu unterstützen. Der Drang, Mishel zu schreiben, um wenigstens irgendwas zu tun, eine Berechtigung zu haben tiefes Mitleid für die Beiden empfinden zu dürfen wurde immer größer, ich konnte einfach nichts dagegen machen. Also hörte ich auf gegen das Verlangen anzukämpfen und meinem Impuls nachzugehen, weil es mir sonst keine Ruhe gelassen hätte. Ich kann es euch selbst heute nicht sagen, was mich an dieser traurigen Geschichte so festhält.

Ich schrieb Mishel ohne eine Antwort zu erwarten, dass ich über Liam schreiben würde, wenn mein Blog online geht. Ich möchte das, wofür sie in Amerika heute kämpfen, unterstützen. Eine weltweite Regelung in Erinnerung an Liam und unendlich vielen anderen Kindern und Erwachsenen die wegen Trunkenheit am Steuer ihr Leben lassen mussten. Hiermit mache ich mein Versprechen nun wahr.

Ein trauriger Spaziergang

Der 15 Monate alte Liam war im Kinderwagen mit seiner gerade mal 15 Jahre alten Tante -wie sollte es für Kalifornien an einem Samstag auch anders sein – wundervollen sonnigen Tag unterwegs. Sie standen an einem Fußgängerüberweg und warteten nur noch darauf, dass die Ampel auf Grün umschaltet. Liam’s Dad ist Mixed Martial Arts Athlet (MMA) und hat ein Trainingscenter in Hawthorne. Liam und seine Tante waren -fußläufg nur vier Minuten – vom Studio entfernt auf dem Weg zu einem Mexikanischen Restaurant, wo Liam sein liebstes pineapple agua, fresca, burritos and tortas bekam. Dort sollten sie nie ankommen.

Mishel’s Schwester schob den Kinderwagen über die Straße, als plötzlich aus dem Nichts ein SUV den Kinderwagen trifft. Die Fahrerin versuchte zu fliehen. Zeugen stoppten sie, bis die Polizei vor Ort war. Marcus und Mishel hörten Sirenen, liefen aus dem Studio raus, sahen den Kinderwagen in zwei Hälften und den grünen Plüschfrosch von Liam, auf dem Asphalt liegen. Der Plüschfrosch begleitete Liam seit seiner Geburt. Ohne ihn ging Liam nie aus dem Haus. Ohne ihn wollte er auch nie einschlafen.

Liam versuchte, sich ins Leben zurück zu kämpfen, die Ärzte schafften es, ihn wiederzuholen, doch am Tag darauf wurde er für hirntot erklärt. Seine Tante wurde bei diesem furchtbaren Unfall schwer verletzt. Nicht nur, dass sie schwere Verletzungen davon getragen hat, sie muss nun ein Leben lang mit diesem furchtbaren Ereignis leben und ich wünsche ihr von Herzen, dass dieses junge Mädchen so stark ist und daran nicht zerbricht.

Die Dame, die im Alter von 72 Jahren den Wagen fuhr und ihr Leben quasi schon gelebt hat, war betrunken, als sie den Unfall verursachte. Sie hatte sich in dem Zustand ins Auto gesetzt und war  sicherlich nicht mit der Intention losgefahren, jemanden auf der Straße zu verletzen, aber allein alkoholisiert hinterm Steuer zu sitzen… Unverantwortlich!

Die Nachricht das Liam für Hirntot erklärt wurde verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Mishel und Marcus gaben Liam’s Organe frei um anderen Kindern helfen zu können. In ihrer Trauer um Ihren Sohn wurden sie mit flehenden Nachrichten von Eltern überrannt, die so dringend einen Organspender suchten. Seither machen sie sich stark für das Thema Organspende und kämpfen für DON’T DRINK AND DRIVE!

Auch jetzt, wo ich diesen Post schreibe, sind meine Augen mit Tränen gefüllt, weil ich nicht fassen kann, dass dieser kleine Junge einfach nicht bei seinen Eltern bleiben durfte. Stellt euch mal vor, ihr könntet von jetzt auf gleich eure kleinen Krümelmonster nicht mehr in den Arm nehmen, knuddeln und abknutschen. Lasst eure Smartphones doch wirklich einfach mal für ein paar Stunden am Tag liegen und fokussiert eure Aufmerksamkeit komplett auf die kleinen Wesen. Das Leben ist endlich, dass dürfen wir einfach nicht vergessen. Soll heißen, lebt euer Leben. Seid so oft draußen in der Natur, wie nur möglich. Versprüht Liebe, seit im Moment, arbeitet vielleicht weniger und konzentriert euch dafür auf die wirklich wichtigen Dinge im Leben eure Kinder, Familien, Freunde, Tiere, Hobbys… Das was euch eben glücklich macht und erfüllt.

In den Straßen von Berlin

Seither überquere ich keine Straße mehr mit meinem Kind im Buggy, ohne an diese furchtbare Tragödie denken zu müssen. Selbst, wenn die Ampel auf grün umspringt schaue ich noch mal nach rechts und links um wirklich sicher zu sein das alle Autos stehen. Wenn ich irgendwo eingeladen bin, wo auch Alkohol konsumiert wird, denke ich, wer von den Anwesenden wohl auch nach einem Glas noch ins Auto steigen wird.

Jetzt ICH. Im Dezember habe ich mich dabei erwischt, wie ich nach einem Weihnachtsessen mit meinen Freundinnen, wo auch Alkohol ausgeschenkt wurde mit dem Auto nach Hause gefahren bin. Ich hatte bestimmt zwei oder drei Gläser Wein getrunken. Die ganze Fahrt über (15 Minuten) hatte ich ein wahnsinnig schlechtes Gewissen und musste an Liam und an meinen Sohn denken. Das war sicherlich der letzte Abend in meinem Leben, den ich nach dem Verzehr von Alkohol mit dem Auto gefahren bin.

Ich bin der Meinung es sollte eine weltweite Regelung der 0,0 % Promille-Grenze geben. Bei der Nulllösung würden wir doch alle wissen woran wir sind, oder nicht? Null Komma null versteht doch wirklich jeder. Wer Alkohol getrunken hat, fährt einfach nicht mehr Auto. Ganz einfach. Wusstet ihr das dieses Gesetz in der DDR galt? Ich nicht, bis ich mich die Tage mit diesem Thema auseinandergesetzt habe. „Jede andere Regelung verführt zu Selbstbetrug. Der ist lebensgefährlich – nicht nur für den Betrüger.“ (Stefan Jacobs)

Ich meine 0,5% was bedeutet das? Es kommt doch darauf an, wie du gebaut bist, was du vorher gegessen oder nicht gegessen hast und wie schnell dein Körper den Alkohol wieder abbaut. DON’T DRINK AND DRIVE! Was jeder Einzelne daraus macht, ist natürlich seine Sache, aber vielleicht würden dann wirklich noch mehr Menschen einfach Taxi fahren, Bus und Bahn nehmen, sich abholen lassen, zu Fuss gehen. Was sind schon ein paar Euro gegenüber einem oder mehrerer Menschenleben?

Am Ende des Tages…

… bin ich, seit ich Mutter bin, immer mal wieder in Begleitung von Sorgen und Ängsten. Ihr kennt das auch, gell? Die kommen und gehen zwar, aber sie kommen eben auch immer wieder. Was, wenn Mr. Sweetface etwas passiert? Was, wenn ich nicht da sein kann um es aufzuhalten? Was, wenn es genau vor meinen Augen passiert? „Kleine Kinder, kleine Sorgen. Große Kinder, große Sorgen.“ Verdammt, ich glaube auch an diesem Sprichwort ist was dran.

Tja, das sind dann wohl Gedanken, die man mit Eintritt in den Eltern-Club, bei der Geburt des eigenen Kindes, unbemerkt in die Hände gedrückt bekommt. Keiner, wirklich keiner, hat mir vorher erzählt, was auf der Gefühlsebene mit mir passiert, wenn ich Mutter werde. Oder haben euch eure Verwandten und Freunde darüber aufgeklärt? Meine nicht und ich wäre auch im Leben nicht auf den Gedanken gekommen, während meiner Schwangerschaft, mal nach zu fragen.

Seid einfach achtsam. Nehmt euch so viel Zeit, wie nur irgend möglich für eure Kinder. Haltet die Augen offen und ganz wichtig DON’T DRINK AND DRIVE!

We will always remember you Liam <3

Worte von Marcus Kowal über die schwersten sechs Monate in seinem Leben.

Leider passiert so etwas jeden Tag, was wir gar nicht mitbekommen. Das ist nur eine von vielen traurigen Geschichten.